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Wasser im Wald halten – Vorsorge für die Zukunft

Unsere Wälder brauchen wieder mehr Wasser

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie empfindlich unsere Wälder auf lange Trockenperioden und hohe Temperaturen reagieren. Ausgetrocknete Böden schwächen die Bäume, Lebensräume verändern sich und mit zunehmender Trockenheit steigt auch die Gefahr von Waldbränden.

Wenn wir unsere Wälder für die kommenden Jahrzehnte widerstandsfähiger machen wollen, reicht es deshalb nicht aus, nur neue Bäume zu pflanzen.

Wir müssen das Wasser wieder länger im Wald und in der Landschaft halten.

Vom schnellen Abfluss zum natürlichen Wasserspeicher

Über Jahrzehnte wurden vielerorts Gräben, Wege und Entwässerungsstrukturen geschaffen, durch die Niederschlagswasser vergleichsweise schnell aus Waldgebieten abfließen kann.

Angesichts längerer Trockenperioden sollte geprüft werden, wo sich dieser Prozess umkehren lässt.

Niederschläge sollten möglichst dort zurückgehalten werden, wo sie fallen. Natürliche Senken, Feuchtgebiete und Bachauen können dabei ebenso eine Rolle spielen wie gezielt angelegte Waldteiche und größere Wasserrückhalteflächen.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, wahllos Seen in bestehenden Wald zu bauen.

Jeder Standort muss hinsichtlich Boden, Grundwasser, bestehender Lebensräume und Auswirkungen auf das jeweilige Ökosystem fachlich untersucht werden.

Neue Lebensräume können entstehen

Richtig geplante Waldteiche und Feuchtgebiete können gleichzeitig wertvolle neue Lebensräume schaffen.

Amphibien, Libellen, Insekten, Vögel und zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten sind auf Wasser- und Feuchtlebensräume angewiesen. Gerade in längeren Trockenperioden können solche Bereiche wichtige Rückzugsorte darstellen.

Wasser, Wald und Artenvielfalt sollten deshalb nicht getrennt voneinander betrachtet werden.

Vorsorge gegen Trockenheit und Waldbrand

Wasserflächen allein verhindern keinen Waldbrand. Ein insgesamt höherer Wasserrückhalt kann jedoch dazu beitragen, Feuchtigkeit länger in der Landschaft zu halten.

Zusätzlich sollte geprüft werden, ob geeignete Wasserstellen im Rahmen eines regionalen Waldbrand- und Katastrophenschutzkonzeptes auch als Löschwasserreserve genutzt werden können.

Damit verbinden wir Naturschutz mit konkreter Vorsorge.

Wasser schafft ein besseres Mikroklima

Ein feuchter Wald kann Hitze besser abpuffern als eine ausgetrocknete Landschaft.

Bäume, feuchte Böden, Verdunstung und offene Wasserflächen beeinflussen gemeinsam das lokale Mikroklima. Wasser, das nicht sofort abfließt, sondern in Böden und Landschaft gespeichert wird, steht dem Ökosystem länger zur Verfügung.

Gerade deshalb sollten wir Wasser nicht erst dann zum Thema machen, wenn Quellen versiegen und Wälder unter Trockenstress stehen.

Eine Investition für Generationen

Deutschland investiert Milliarden in Straßen, Schienen, Stromnetze und die Energieversorgung der Zukunft.

Wir möchten darüber diskutieren, ob nicht ebenso konsequent in unsere natürliche Infrastruktur investiert werden muss.

Dazu gehören unsere Wälder und insbesondere ihre Fähigkeit, Wasser aufzunehmen, zu speichern und langsam wieder abzugeben.

Wir möchten deshalb gemeinsam die Forderung entwickeln:

Wasserrückhalt im Wald muss zu einem zentralen Bestandteil der langfristigen Klima-, Wald- und Katastrophenschutzstrategie werden.

Wo es ökologisch sinnvoll ist, sollten Feuchtgebiete wiederhergestellt, natürliche Wasserrückhalteräume geschaffen und auch neue Waldteiche oder größere Rückhalteflächen geprüft werden.

Nicht gegen die Natur, sondern gemeinsam mit ihr.

Diskutieren Sie mit uns

Diese Position ist keine fertige Forderung.

BioMaps möchte gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Feuerwehr, Wissenschaft und Politik diskutieren, wie unsere Wälder auf die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte vorbereitet werden können.

Bringen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen ein und helfen Sie uns, daraus eine gemeinsame Forderung zu entwickeln.